JULIA SCHRADER: „Manuarius Nymphae“

Objekte und Aquarellzeichnungen

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ausstellungseröffnung:

am Freitag, 13. September von 17 bis 23 Uhr und am Samstag, 14. September  von 15 bis 20 Uhr

Geöffnet donnerstags von 15 bis 19 Uhr und jederzeit nach Vereinbarung (telefonisch oder per Email). Ausstellungsdauer bis einschließlich 27. Oktober 2013 – verlängert bis 31. Januar 2014

Am Strand findet die 1967 in Düsseldorf geborene und heute in Bachem bei Köln lebende und arbeitende Künstlerin Julia Schrader manchmal leere Rocheneier. Es sind schwarzgrünlich ledrige kleine Kapseln mit jeweils vier Auswüchsen, mit denen sie sich – im Meer noch als Eihülle fungierend – aneinander haken und so als lange Ketten durch das Wasser schweben. Mermaids purse (Seejungfrauentäschchen) nennt man sie. Sehr frei ins Lateinische übersetzt wird daraus manuarius nymphae, der Titel der Ausstellung.
Schrader, die nach einer Töpferlehre 6 Jahre in London studierte und 1996 ihren Master of Arts am Royal College of Arts erhielt, verwendet diese vierzipfeligen Kapseln als Ausgangspunkt für eine Reihe von auf stoffbezogene Grundplatten aufgespießte Gebilde, die so eine exotische Insektensammlung imitieren. Ein fantastisches Naturalienkabinett entsteht, in dem sich die unterschiedlichsten Materialien – sowohl künstlicher als auch natürlicher Herkunft (zum Beispiel Seetang, Krebsscheren, Keramikspitzen, kleine Knochen, Silikonschlauch, Kleinstartikel aus dem Laborbedarf) – zu diversen, völlig neuartigen Wesen formieren. Nähert man sich diesen Arbeiten mit einem quasi wissenschaftlichen Blick, kann man versuchen, Rückschlüsse auf Nahrung, Lebensraum und Paarungsverhalten zu ziehen. Wird dieser Blick von den Glasaugen einiger Tierchen erwidert, wohlmöglich ein gewisses Unbehagen über den eigenen momentanen Entwicklungsstand ausdrückend, dann mag sich beim Betrachter fast so etwas wie Empathie einstellen. Bei den Aquarellen handelt es sich um einzeln abgebildete Exemplare unterschiedlichster Gattungen von Kleinstlebewesen , die an colorierte Kupferstiche und Zeichnungen aus vorphotographischen Entdeckerzeiten erinnern. Eine bizarre Vielfalt imaginärer Kreaturen ist hier katalogisiert: transparent anmutende Wesen, deren Innenleben teilweise sichtbar ist, zart geflügelte Gestalten und Erscheinungsformen mit netzartiger Oberfläche. Ausgestattet sind diese Geschöpfe mit flossenhaften Extremitäten, oktopusähnlichen Fangarmen, in Krebsscheren endenden Tentakeln, wurmartigen Fortsätzen und feingliedrigen Fühlern.
Der Ausstellungsraum verwandelt sich in eine Wunderkammer, in ein Kuriositätenkabinett für Detailverliebte.

Advertisements